Didaktische Szenarien

Aufbauend auf den skizzierten Leitlinien legt das Studiengangskonzept einige didaktische Entscheidungen fest. Diese münden in didaktische Szenarien, die hier kurz zusammengefasst werden.

Blended Learning

Fast alle Veranstaltungsangebote des Masterstudiengangs Higher Education werden angesichts der besonderen Herausforderungen an berufsbegleitend zu absolvierende Studiengänge im Blended Learning-Format, also in einem Wechsel von Präsenz- und Online-Settings umgesetzt. Der Studiengang beginnt mit einer Blockwoche, die den Präsenzanteil des Didaktik-Moduls und eine erste Projektkonferenz umfasst. Die Blockwoche dient unter anderem dazu, den sozialen Zusammenhalt der jeweils neuen Kohorte herzustellen und eine emotional-motivationale Bindung zum Studienprogramm anzuregen. Für die thematischen Module Lehr-Lernforschung, Medienbildungsforschung, Hochschulforschung, und Wissenschaftsforschung sind jeweils drei Präsenztage vorgesehen. Inhalte und Methoden ebenso wie Prüfungen werden hier möglichst gut aufeinander abgestimmt.

Projektstudium

Das Projekt-Modul enthält einen hohen Anteil an freiem Selbststudium. Eine gemeinsame Projektkonferenz leitet das Projektstudium am Studienanfang für die jeweils neue Kohorte ein und beendet es für die Kohorte, die (mindestens) drei Semester vorher damit gestartet ist. Die erste Projektkonferenz zu Beginn des Moduls dient vor allem dazu, dass sich die Studierenden einen Überblick über die Möglichkeiten der Ergebnisse des Projektstudiums verschaffen und in einen Dialog mit anderen Studierenden treten, die das Projektstudium gerade beenden. In der zweiten Projektkonferenz am Ende des Moduls präsentieren die Studierenden das Ergebnis der eigenen Projektarbeit und diskutieren mit Peers, Novizen und Experten. Zwei Methodenwerkstätten flankieren die Projektarbeit und zielen auch darauf ab, bestehende Methodenkenntnisse und -erfahrungen der Studierenden zu nutzen und für alle fruchtbar zu machen.

Wissenschaftscoaching

Zu den didaktischen Szenarien zählen wir auch das Wissenschaftscoaching als eine dialogorientierte wissenschaftliche Beratung und Studienreflexion. Hierzu gehen alle Studierenden zu Beginn des Projektstudiums ein Betreuungsverhältnis mit einem selbst gewählten Lehrenden ein, der sie durch ihr Projektstudium begleitet. Ziel ist es, die Studierenden bei der Planung und Durchführung ihres Projekts individuell zu unterstützen, sie dazu anzuregen, Verbindungen zwischen Inhalten aus den Themenmodulen und der eigenen wissenschaftlichen Projektarbeit herzustellen, sowie eine Reflexion über das eigene Studium anzustoßen. Das Wissenschaftscoaching besteht aus persönlichen Gesprächen bzw. „Lernkonversationen“. Intervall, Häufigkeit und Ausgestaltung bestimmen Coach und Coachee selbst.

Prüfungen

Der didaktischen Gestaltung von Prüfungen sind auf der einen Seite Grenzen durch Vorgaben seitens der Fakultät gesetzt, die sich auf einen einheitlichen Umgang mit verschiedenen Prüfungsformaten geeinigt hat. Auf der anderen Seite gibt es auf der Mikroebene Gestaltungsspielräume. Diese nutzen wir, um Prüfungsvarianten, wo es möglich ist, forschungsorientiert zu gestalten. Zudem ermutigen wir dazu, inhaltliche Synergien zwischen Prüfungsleistungen und wissenschaftlichen Artefakten herzustellen (also z.B. Hausarbeiten auch als Artikel zu veröffentlichen u.ä.). Grundsätzlich wird in allen Modulen darauf geachtet, dass die Online-Phasen der Veranstaltungen thematisch und methodisch zur Modulprüfung hinführen. Auf diese Weise wird im Studiengang die didaktische Kohärenz gestärkt.

 


Begrüßung von Studienanfänger*innen: Audio-Einführung hier

Weitere Informationen zur Entwicklung des Studiengangskonzepts sind veröffentlicht in: Reinmann, G. & Schmohl, T. (2018). Der Master of Higher Education. Studiengangsentwicklung als zyklisch-iterativer Prozess. In M. Weil (Hrsg.), Zukunftslabor Lehrentwicklung. Perspektiven auf Hochschuldidaktik und darüber hinaus (S. 161-181). Münster: Waxmann.